Fünf Schüler des Freiherr-vom-Stein Schule Rösrath entwickeln ein Formel 1-Modellauto.

Es wird laut in der Tischlerei in Köln-Zollstock. Mit Ohrstöpseln geschützt, zwischen Sägespänen stehend, beobachten die fünf Gymnasiasten der Freiherr-vom-Stein Schule (Rösrath) mit ihrem zuständigen Fachlehrer Timo Friedrich, wie ihr eigenständig entwickeltes Modellauto aus einem Stück Balsaholz gefräst wird. Bedient wird die CNC-gesteuerte Maschine der Tischlerei Bächer Bergmann von Dipl. Ing. Jochen Robert. Detailliert erklärt der Spezialist die Funktionsweise der Maschine und lässt die Schüler an den einzelnen Schritten des Fräsprozesses teilhaben. Nach etwa 5 Stunden ist das filigrane Modellauto fertiggestellt.

Ein Schuljahr lang haben sich Luca de Luca, Pablo Alvarez, Sebastian Euler, Simon Krauß und Timo Leufgens intensiv mit dem Entwurf, dem Design und der Konstruktion eines Formel 1-Modellautos auseinandergesetzt. Dazu benötigten sie neben Kenntnissen aus ihrem Referenzfach Physik auch technische Kompetenzen: Für den Entwurf und die Gestaltung des zu bauenden Formel 1-Wagens stand den Schülern ein CAD-Programm (computer-aided design) zur Verfügung, dessen Handhabung sie sich größtenteils selbst erarbeiten mussten.

Gruppenbild_Schueler

Das FvS-Racing Team mit dem gefrästen Formel 1-Modellauto: Sebastian Euler, Pablo Alvarez, Luca de Luca, Timo Leufgens und Simon Krauß (v.l.n.r.) (Quelle: Timo Friedrich, Lehrer an der Freiherr-vom-Stein Schule)

Neben diesen Fachkenntnissen bedurfte die Umsetzung des Projektes ein hohes Maß an Teamfähigkeit und Selbstorganisation. Die Aufgaben mussten im Team koordiniert und bewältigt werden. In seinem Rückblick auf das Projekt resümiert Sebastian Euler, der sich intensiv mit der technischen Zeichnung des Formel 1-Modellautos beschäftigte, dass ihn die konstruktive Teamarbeit der fünf Schüler besonders gut gefiel. „Unmöglich erscheinende Aufgaben, klappten durch die gute Teamarbeit doch noch.“ Die Schüler mussten für die erfolgreiche Entwicklung ihres Modellautos problemlösend diskutieren, zielführend agieren und entscheiden.

CNC-Fraese

Die CNC-Fräse in Betrieb. Das Formel 1- Modellauto wird aus einem Stück Balsaholz gefräst. (Quelle: Rheinisch-Bergischer Kreis)

Mit der Umsetzung ihrer technischen Zeichnung durch die CNC-gesteuerte Maschine gewannen die Schüler einen Einblick in den Alltag einer modernen Tischlerei mit ihrer Vielzahl an digitalen Schnittstellen. So wird es möglich, den Schüler abseits der Schule praxisnahes Wissen zu vermitteln und das Interesse für MINT-Fächer zu stärken. „Die Zusammenarbeit mit externen Partnern zeigt den Schülern eine andere Welt auf, in der die Schüler gänzlich anders agieren, als in der Schule.“ Einen Einblick in das Berufsleben bieten auch die eigenständige Suche nach Sponsoren sowie die Aufstellung einer Finanzplanung und eines Projektplanes durch die Schüler. Die Förderung von MINT-Kompetenzen und der Berufs- und Studienorientierung gehen bei diesem Projekt Hand in Hand. Finanziell unterstützt wurde das Projekt unter anderem vom MINT Netzwerk Rhein-Berg.

Weitere Informationen zu der Projektidee unter: Formel 1 in der Schule