Als erste Grundschule im Kreisgebiet und sogar als eine von wenigen im gesamten Regierungsbezirk Köln ist die Grundschule Frankenforst jetzt als „Haus der kleinen Forscher“ zertifiziert worden.

Diese Auszeichnung bekommen Schulen, die sich in besonderem Maße für das Forschen in den sogenannten MINT-Disziplinen, also in Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik, engagieren. Bei der Zertifizierungsfeier gratulierten Kreisdirektor Dr. Erik Werdel, Bürgermeister Lutz Urbach und Schulamtsdirektorin Ursula Resch den Schülern und Lehrern ganz herzlich. „Ich freue mich, dass Sie als erste Schule vor Ort zertifiziert worden sind“, lobte der Kreisdirektor, „dies zeigt Ihr großes Engagement in diesem Themenfeld.“

Koordiniert wird das Projekt Haus der kleinen Forscher durch das MINT Netzwerk Rhein-Berg. Ziel ist es, dass immer mehr Grundschulen sich im das MINT-Netzwerk engagieren. Denn durch die frühzeitige Vermittlung von wissenschaftlichen Phänomenen soll der Nachwuchs für Naturwissenschaften begeistert werden. Dadurch möchte man langfristig auch dem Fachkräftemangel entgegensteuern. Daneben hat das Forschen an der Grundschule Frankenforst aber auch noch einen weiteren Aspekt: die Integration. Denn in den verschiedenen Forscher-Gruppen sind auch einige der Flüchtlingskinder dabei, die erst seit Kurzem an der Schule sind. „Um praktische Experimente zu verstehen, braucht man nicht unbedingt die gleiche Sprache, denn Naturwissenschaften funktionieren auf der ganzen Welt gleich“, betonte Lutz Urbach.

Experimente und Forschungen zum Thema Zucker
In Vorbereitung auf die Zertifizierung hat das gesamte Kollegium an der Grundschule in Frankenforst verschiedene Workshops besucht, in denen sie gelernt haben, wie sie naturwissenschaftliche Phänomene kindgerecht und spannend vermitteln können. Dieses Wissen wurde dann an der Schule in die Praxis umgesetzt. Im Mittelpunkt steht dabei stets das selbstständige Experimentieren, Ausprobieren und Forschen der Schüler. „Wir haben in allen Klassen zum Thema Zucker geforscht“, erzählt Hans-Georg Jaspers, Schulleiter in Frankenforst, „aus den vielen anfänglichen Fragen sind dabei ganz schnell klare Antworten und Erkenntnisse geworden.“ Denn die Schüler werden dazu angeleitet, Phänomene, Zusammenhänge und Hintergründe zu hinterfragen und eigene Lösungsansätze zu entwickeln. „Lernen soll nicht langweilig sein, sondern Spaß machen und herausfordern“, hob Schulamtsdirektorin Uschi Resch hervor, „die Experimente des Haus der kleinen Forscher zeigen sehr schön, wie gut diese beiden Aspekte zusammenpassen. Das ist guter Sachunterricht.“

Die Zertifizierung
Damit eine Bewerbung zu einer Zertifizierung erfolgreich ist, muss das Forschen als fester und regelmäßig wiederkehrender Bestandteil in den Schulalltag integriert sein. Daneben ist es wichtig, dass die Projekte, Beobachtungen und Versuche schriftlich dokumentiert werden. Zusätzlich sind die Pädagogen dazu verpflichtet, sich in regelmäßigen Workshops weiterzubilden. Sind diese Voraussetzungen erfüllt, können die Schulen in einer schriftlichen Bewerbung ihr pädagogisches Konzept sowie bisherige Praxisbeispiele und -erfahrungen vorstellen. Diese Präsentation wird dann anhand festgelegter Qualitätskriterien geprüft. Sind alle Punkte ausreichend erfüllt, bekommt die Einrichtung eine Urkunde sowie eine Plakette, die belegen, dass sie offiziell als „Haus der kleinen Forscher“ zertifiziert sind. Die Auszeichnung gilt für zwei Jahre, danach kann man sich erneut für eine Re-Zertifizierung bewerben.

Im Rheinisch-Bergischen Kreis sind neben der Grundschule Frankenforst bereits einige Kitas sowie der Offene Ganztag in Vilkerath zertifiziert.

(Quelle: Rheinisch-Bergischer Kreis/Pressestelle)

Link zum Rheinisch-Bergischen Kreis: http://www.rbk-direkt.de/newsdetails.aspx?newsid=10161