Sie bauen Raketen, sind dem Licht auf der Spur oder heizen mit Lava, Blitzen und Wind. Um wen es geht? Natürlich die kleinen Forscher! Die jungen Entdecker aus Kindergarten, Grundschule und dem Offenen Ganztag kommen im Haus der kleinen Forscher zusammen. Die Berliner Stiftung Haus der kleinen Forscher möchte Kinder spielerisch für das Forschen begeistern. Die Entdecker der Katholischen Grundschule Frankenforst präsentierten jetzt Landrat Dr. Hermann-Josef Tebroke, was so alles im Haus der kleinen Forscher steckt. Sie wollen damit noch viele weitere Schulen dafür begeistern, spielerisch naturwissenschaftliche Phänomene zu vermitteln. „Die Neugier ist aller Wissenschaften Anfang“, machte der Landrat deutlich. „Ich hoffe, dass wir das Haus der kleinen Forscher in möglichst alle Grundschulen und Kitas des Kreises tragen können.“ Im Rheinisch-Bergischen Kreis ist das MINT-Netzwerk Rhein-Berg lokaler Partner und unterstützt dieses Vorhaben. Die sogenannten MINT-Disziplinen (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften, Technik) stehen dabei im Mittelpunkt. Durch die frühzeitige Vermittlung von wissenschaftlichen Phänomenen soll sich langfristig mehr Nachwuchs mit den Naturwissenschaften beschäftigen und in der Zukunft dazu beitragen, den Fachkräftemangel abzumildern.

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Schulrätin Ursula Resch verfolgt gespannt ein Experiment mit Zucker. (© Rheinisch-Bergischer Kreis)

Forschen macht Spaß, daran ließen die sechs jungen Entdecker der KGS Frankenforst keinen Zweifel. Sie zeigten gemeinsam mit ihren Lehrern, dass sich Kandiszucker in Wasser langsamer auflöst als Puderzucker und Würzelzucker. Sie brachten einen Vulkan mit Brausepulver und Weinessig zum Ausbruch und sorgten dafür, dass Gummibärchen im Wasser abtauchten und dennoch wieder trocken an die Oberfläche zurückkehrten. Das Kennenlernen dieser Phänomene sorgt für Neugier und den Wunsch zu verstehen, was dahinter steckt. Dafür sorgt das Haus der kleinen Forscher. „Für die Kinder ist es spannend, selbst zu forschen“, sagte Uschi Resch, Schulrätin beim Rheinisch-Bergischen Kreis, und wirbt bei den Schulen dafür, sich am MINT-Netzwerk des Kreises zu beteiligen und ihre Schüler auf eine Reise ins Haus der kleinen Forscher mitzunehmen. Das bestätigte auch Schulleiter Hans-Georg Jaspers. „Die Schüler finden es toll“, sagte er, „aber auch die Lehrer stehen voll dahinter. Unser Kollegium hat zwei Workshops besucht.“

Um die Schüler auf spielerische Weise mit den Naturwissenschaften in Kontakt zu bringen, bietet das MINT-Netzwerk Rhein-Berg ab Anfang September gemeinsam mit den außerschulischen Lernort-Partnern :aqualon, :metabolon sowie der Stadt Overath Fortbildungen für Lehrer an. Diese sollen dadurch Werkzeuge und Anregungen erhalten, wie naturwissenschaftliche Phänomene noch spannender im Sachunterricht vermittelt werden können. Denn wenn es raucht, dampft und knallt, sind die Kinder schnell Feuer und Flamme. Anschauliche und konkrete Projekte sorgen im Klassenraum für Freude. Wie das klappt, erfahren die Lehrer in den Workshops.

Erprobungsphase abgeschlossen

Im letzten Jahr fand die Erprobungsphase der Workshops statt. Sechs Schulen aus Bergisch Gladbach, Leichlingen, Odenthal und Overath nahmen gemeinsam mit ihren Offenen Ganztagen daran teil. Auch die Katholische Gemeinschaftsgrundschule Frankenforst machte mit und das gesamte Kollegium ließ sich schulen. Aufgrund der positiven Resonanz bietet das MINT-Netzwerk Rhein-Berg die Workshops jetzt allen Grundschulen im Rheinisch-Bergischen Kreis an. Die Fortbildungen greifen Themen wie „Wasser in Natur und Technik“, „Forschen mit Sprudelgas“ und „Technik – Kräfte und Wirkungen“ auf. Für Lehrer aus Partnerschulen des MINT-Netzwerks Rhein-Berg ist die Teilnahme kostenlos. Für Teilnehmer aus nicht beteiligten Schulen kostet ein Workshop 40 Euro.

Über das MINT-Netzwerk

Insgesamt kommen im MINT-Netzwerk Rhein-Berg 71 Partner aus Schule, Unternehmen und von außerschulischen Bildungseinrichtungen zusammen, die gemeinsam eine praxisnahe Förderung von Kompetenzen in den Fächern Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik, kurz MINT, umsetzen. Das Netzwerk ist gleichzeitig ein zdi-Zentrum. zdi steht für „Zukunft durch Innovation.NRW“ und ist mit rund 3000 Partnern aus Wirtschaft, Schule und Hochschule das größte Netzwerk zur Förderung des MINT-Nachwuchses in Nordrhein-Westfalen. Jährlich nehmen rund 300.000 Schülerinnen und Schüler an den Angeboten der bereits über 40 zdi-Zentren und rund 50 zdi-Schülerlabore teil. Koordiniert wird zdi vom Wissenschaftsministerium NRW. Weitere landesweite Partner sind unter anderem das Schulministerium, das Wirtschaftsministerium, das Arbeitsministerium und die Regionaldirektion NRW der Bundesagentur für Arbeit.