MINT-Kooperation_Kerzenhalter

In ein technisches Berufsfeld schnupperten die Schüler im Rahmen der Kooperation zwischen dem MINT-Netzwerk Rhein-Berg, dem Berufskolleg Bergisch Gladbach und dem Otto-Hanh-Gymnasium hinein. (Bildquelle: Rheinisch-Bergischer Kreis)

20 Eltern von Schülern des Otto-Hahn-Gymnasiums bekamen 2015 ein ganz besonderes Weihnachtsgeschenk. An Heiligabend lag ein Kerzenständer unter dem Christbaum, den die Jugendlichen mit modernster Technik und viel Hirnschmalz hergestellt haben.

Möglich gemacht haben das exklusive Präsent das MINT-Netzwerk Rhein-Berg, das Berufskolleg Bergisch Gladbach und das Otto-Hahn-Gymnasium in Bensberg. Die Verbindung zwischen den Schulen stellte das MINT-Netzwerk Rhein-Berg her, dessen Ziel es ist, Disziplinen wie Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik zu fördern. „Wir sind sehr zufrieden mit dem Verlauf des Pilotprojekts“, sagt Kathrin Dörrenbach, Koordinatorin des MINT-Netzwerks, „und hoffen, in Zukunft weitere dieser Kooperationen durchzuführen.“ Dadurch entsteht eine Win-Win-Situation. Die Gymnasiasten bekamen tiefe Einblicke in die Praxis und das Berufskolleg kam mit den Jugendlichen in Kontakt, um über Ausbildungsberufe zu informieren. Denn Ziel der Partner ist es auch, dass die Schüler praktische Erfahrungen in technischen Berufen sammeln und damit für die MINT-Fächer begeistert werden. Dies könnte nach dem Abitur wiederum zu einem Ingenieursstudium führen. Dies soll auch ein Beitrag dazu sein, perspektivisch dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken.

Roger Pfandhöfer, Lehrer des Berufskollegs, brachte den Schülern in mehreren Praxis-Einheiten die Arbeit mit einem CAD-3D-Programm sowie der CNC-Fräsmaschine, die das Produkt fertigte, näher. Die Schüler erfuhren dabei, wie spannend und abwechslungsreich heutzutage die Arbeit eines Tischlers ist. „Ich hoffe, dass wir noch viele weitere Kurse gemeinsam mit dem MINT-Netzwerk und weiteren Schulen anbieten können“, meint der engagierte Lehrer. „Die Erfahrungen aus dem ersten Kurs sind sehr gut und die Schüler haben hervorragend mitgezogen.“ Es ist möglich, die Kurse für unterschiedliche Leistungsniveaus anzupassen, sodass auch andere Schulformen in den Genuss dieser exklusiven Kooperation kommen können.

Von der Entwicklung bis zur Qualitätskontrolle

Den Schülern aus der 8. und 9. Klasse des OHG hatte Roger Pfandhöfer eine anspruchsvolle Aufgabe gestellt. Zunächst wurde mittels CAD-3D-Programm am Computer der Kerzenständer designt. Dabei gab es viel zu bedenken. Schließlich besitzt der Kerzenständer ein schickes Design mit vielen Details und verfügt zusätzlich über ein herausklappbares Fach, in dem Streichhölzer untergebracht werden können. Nach der Gestaltung des Produkts ging es an die Fräsmaschine, um diese zu programmieren und das Teil wie gewünscht herzustellen. Dazu waren aber einige Anläufe notwendig. Schließlich sollten die Kerzenständer vollkommen identisch sein. Immer wieder wurden Modifikationen vorgenommen, um ein perfektes Produkt ohne Toleranzen und Abweichungen herzustellen. Zum Schluss erfolgte die Qualitätskontrolle jedes einzelnen Kerzenständers. Erst wenn diese bestanden war, durfte das Produkt passieren, um später unter den Weihnachtsbaum zu wandern. „Die Zusammenarbeit mit dem Berufskolleg war ein Gewinn für das Otto-Hahn-Gymnasium“, zog Karl-Josef Sulski, stellvertretender Schulleiter, eine positive Bilanz. „Ohne das MINT-Netzwerk wäre die Kooperation nicht zustande gekommen. Ich hoffe, dass die Schüler dadurch für sich im naturwissenschaftlichen Bereich neue Perspektiven entdeckt haben.“

Das fertige Produkt: Ein toller Kerzenhalter, ideal zur Weihnachtszeit.

Das fertige Produkt: Ein toller Kerzenhalter, ideal zur Weihnachtszeit. (Bildquelle: Rheinisch-Bergischer Kreis)

Über das MINT-Netzwerk

Insgesamt kommen im MINT-Netzwerk Rhein-Berg 71 Partner aus Schule, Unternehmen und von außerschulischen Bildungseinrichtungen zusammen, die gemeinsam eine praxisnahe Förderung von Kompetenzen in den Fächern Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik, kurz MINT, umsetzen. Das Netzwerk ist gleichzeitig ein zdi-Zentrum. zdi steht für „Zukunft durch Innovation.NRW“ und ist mit rund 3000 Partnern aus Wirtschaft, Schule und Hochschule das größte Netzwerk zur Förderung des MINT-Nachwuchses in Nordrhein-Westfalen. Jährlich nehmen rund 300.000 Schülerinnen und Schüler an den Angeboten der bereits über 40 zdi-Zentren und rund 50 zdi-Schülerlabore teil. Koordiniert wird zdi vom Wissenschaftsministerium NRW. Weitere landesweite Partner sind unter anderem das Schulministerium, das Wirtschaftsministerium, das Arbeitsministerium und die Regionaldirektion NRW der Bundesagentur für Arbeit.